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Electromagnetic hypersensitivity (EHS, microwave syndrome) - Abstract

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32289567

Electromagnetic hypersensitivity (EHS, microwave syndrome) - Review of mechanisms

(PMID: 32289567 - DOI: 10.1016/j.envres.2020.109445 - 2020 Mar 30)

Abstract / Übersetzung

 

Elektromagnetische Überempfindlichkeit (EHS), früher als „Mikrowellensyndrom“ bekannt, ist ein klinisches Syndrom, das durch ein breites Spektrum unspezifischer Symptome in mehreren Organen gekennzeichnet ist, darunter typischerweise Symptome des zentralen Nervensystems, die nach akuter oder chronischer Exposition des Patienten gegenüber elektromagnetischen Feldern in der Umwelt oder am Arbeitsplatz auftreten. Zahlreiche Studien haben biologische Auswirkungen auf zellulärer Ebene von elektromagnetischen Feldern (EMF) bei magnetischen (ELF) und radiofrequenten (RF) Frequenzen in extrem niedrigen Intensitäten gezeigt. Viele der für multiple chemische Sensitivität (MCS) beschriebenen Mechanismen gelten mit Modifikationen auch für EHS. Wiederholte Expositionen führen zu einer Sensibilisierung und einer daraus resultierenden Verstärkung der Reaktion. Viele hypersensible Patienten scheinen über ein gestörtes Entgiftungssystem zu verfügen, das durch übermäßigen oxidativen Stress überlastet wird. EMF können Veränderungen in den Kalzium-Signalkaskaden, eine signifikante Aktivierung von Radikalprozessen und eine Überproduktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) in lebenden Zellen sowie veränderte neurologische und kognitive Funktionen und eine Störung der Blut-Hirn-Schranke hervorrufen. Magnetitkristalle, die aus der Luftverschmutzung durch Verbrennungsprozesse aufgenommen werden, könnten eine wichtige Rolle bei den Auswirkungen von EMF auf das Gehirn spielen. Die Auswirkungen von EMF auf das autonome Nervensystem könnten sich auch als Symptome im Herz-Kreislauf-System äußern. Weitere häufige Auswirkungen von EMF sind Auswirkungen auf die Haut, die Mikrovaskulatur, das Immunsystem und das hämatologische System.

Es wird der Schluss gezogen, dass die Mechanismen, die den Symptomen von EHS zugrunde liegen, biologisch plausibel sind und dass nach einer EMF-Exposition viele organische physiologische Reaktionen auftreten. Patienten können nach einer EMF-Exposition neurologische, neurohormonelle und neuropsychiatrische Symptome aufweisen, die auf neuronale Schäden und überempfindliche neuronale Reaktionen zurückzuführen sind. Es sollten relevantere Diagnosetests für EHS entwickelt werden. Die Expositionsgrenzwerte sollten gesenkt werden, um vor den biologischen Auswirkungen von EMF zu schützen. Die Verbreitung lokaler und globaler drahtloser Netzwerke sollte verringert werden, und anstelle von drahtlosen Netzwerken sollten sicherere kabelgebundene Netzwerke verwendet werden, um empfindliche Mitglieder der Öffentlichkeit zu schützen. Öffentliche Orte sollten für elektrohypersensitive Personen zugänglich gemacht werden.

 

Stichworte: Apoptose; Bioeffekte; Mobiltelefone; EHS; ELF; EMF; Elektrosensibilität; Elektrohypersensibilität; Elektromagnetische Felder; Elektrosmog; Umweltempfindlichkeiten; Mensch; Mechanismen; Mikrowellensyndrom; Mikrowellen; Vorsorgeprinzip; Öffentliche Gesundheit; RF; Radiofrequenz.