1. Oktober, 2011 17:26:13

Bericht eines außerordentlichen Trips:

Vorgeschichte:

Ich bin 20 Jahre alt, habe schon ungefähr 10-15 Trips hinter mir. Ich trippe so gut wie immer alleine, mit Menschen bekomme ich immer schnell Probleme. Ich bin, soweit ich mich erinnere, immer sehr introvertiert gewesen.

Früher trippte ich auf Pilzen, hatte aber jedes Mal hinterher starke Kopfschmerzen.

Bei meinen letzten Trips auf Pilzen fiel ich in ein Loch. Das erste Mal bemerkte ich das, als ich zu wenig genommen hatte und eine unendliche Langweile verspürte. Ich war zu druff, um irgendetwas zu tun, aber zu wenig, um still auf dem Bett zu trippen. Dies verwandelte sich in einen inneren Dialog darüber, wie wenig ich mit mir anzufangen weiß und wieviel ich am PC sitze und mein Leben absitze.

In weiteren Trips kam ich mir immer mehr wie ein kleiner ängstlicher Junge vor, der absolut bedauernswert sich in der Ecke vor der Welt versteckt. Mir wurde endlich wirklich klar, dass ich oft Minderwertigkeitskomplexe habe.

Am 18.3. trippte ich zum zweiten Mal auf LSD, zum ersten Mal alleine und auf höherer Dosis (etwa eine Pappe). Mehrere Stunden lang saß ich da und lauschte dem geordneten Chaos in meinem Hirn. Ich kann mich noch erinnern, wie alles sehr zwiegespalten war: Meinungen bekämpften sich usw.

Mir kam es vor wie ein unendlicher Krieg, der tobte und aus sich die Welt schaffte. Die Welt erschien gemacht aus einer unendlichen Kette von ja/nein-Entscheidungen, eine binäre Welt.

Nach mehreren Stunden der Quälerei im Kampf blickte ich auf meine Salvia-Pflanze und stellte erschrocken fest, dass sie sich eindeutig lebendig verhielt. Ich hatte vorher schon festgestellt, dass ich nur schwache Optiks hatte, also fast kein Gemorphe und Farben höchstens an hellen Rändern o.Ä..

Doch auf einmal bewegte sich meine Sally, aber nicht morphend, sondern extrem real. Je genauer ich es mir anschaute, desto sichtbarer wurde die Lebendigkeit. Da bekam ich instinktiv Angst und ekelte mich erstmal. Ich war äußerst verwundert. Ich legte mich ins Bett. Meine Sicht ging andauernd zur sich weiterbewegenden Sally. Vor ihr stand eine Tischlampe. In meiner Vorstellung sah ich, wie die Lampe die Pflanze bedrängte, wie ein Vergewaltiger, der sich eine Frau im Keller hält. Ich hatte gerade ein paar Tage zuvor im ZPF gelesen, dass jemand Pflanzenhaltung im Zimmer für schlimm hält und bedauerte meine Sally. Dies führte mich auf einige Gedanken, inwiefern man mit Pflanzen umgehen sollte. Sie sind zwar auch lebende Wesen, aber das kann ja nicht heissen, dass wir sie deswegen nicht essen dürfen. Aber wie ist es mit der Haltung von Pflanzen? Erzeugt dies Leiden? Ich konnte das Problem nicht lösen.

 Am 21.4. trippte ich wieder, schon von Anfang an begann sich die Sally (und alle anderen Pflanzen) zu bewegen. Ich spürte, wie ich die Bewegung steuern konnte und dachte mir, ich könne mit der Pflanze kommunizieren. Dies brachte mich in recht größenwahnsinnige Vorstellungen.

Ich schrieb DonF an, ob er schon ähnliches erlebt habe, da mir ganz und gar nicht klar war, dass dies eine Halluzination war. Ich war mir so sicher, dass ich eine echte Wahrnehmungsebene gefunden hatte, dass ich mich entschloss einen Freund als "Zeugen" zu beauftragen.

Am 21.5. fand dieser Bezeugnis-Trip mit einer Pappe statt. Das Ergebnis war selbstverständlich, dass der Freund nichts sah, was erschütternd für meine Vorstellungen war. Ich rätselte nun wirklich, was Realität überhaupt ist.

 

Hauptgeschichte:

In der Nacht vom 10. auf den 11.6. habe ich zu Hause eine mittlere Dosis MDMA genommen. Es war für mich das erste Mal, dass ich seine Wirkung verspürte, die mir auch ausserordentlich gefiel. Mir war sofort klar, dass diese Droge eine Menge Potenzial hat. Ich war alleine und habe einen Gesprächspartner gesucht. Einem Mitbewohner sagte ich noch, dass ich auf MDMA bin und es übertrieben gut finde.

Dann chattete ich mit einem ZPF-ler und bekam dabei schon mal einen kleinen Einblick in meine Psyche und Kommunikationsform. Im weiteren Verlauf erwähnte er die Erfolge, die er seiner Meinung nach mit Halluzinogenen schon gefunden hat.

Montag war Feiertag, es war mitten im Semester und ich wollte eh an diesem Wochenende trippen, da dachte ich: "meine bisherigen Trips waren alle eher uninteressant, ich will mal nen richtigen Trip schieben."

Zudem war ich in dem Moment stark im Zweifel, mir wurde langsam klar, dass ich aus der WG ausziehen möchte, da mir das ein schädliches Klima ist. Ausserdem zweifelte ich an meinem Weg, dass ich Physik studiere, obwohl ich später damit gar nichts anfangen möchte und völlig andere Interessen habe. Das einzige, was für Physik spricht, ist, dass ich das Studium ohne größere Probleme packen dürfte.

Ich wollte also einen Trip, der mir einen Tipp gibt, wie ich mein Leben weiterplanen sollte. Zudem hoffte ich auf Aufklärung in Bezug auf meine relativ gestörte Kommunikation.

Es war ungefähr 5 Uhr nachts, der MDMA-Trip war nur noch schwach bemerkbar. Mein Gesprächspartner ging ins Bett und ich wusste, ich würde jetzt noch trippen.

Ich hatte gerade erst fünf Pappen bekommen, die laut Angabe "gut bepackt" waren, also lieber weniger als mehr. Ich dachte:  "Wenn schon, denn schon" und nahm zwei davon.

Nun legte ich mich ins Bett, zog eine Schlafmaske auf und erwartete den Trip. Er ließ sich ein wenig Zeit, ich zog noch abdichtende Kopfhörer an, um völlig sensorisch isoliert zu sein. Ich weiß nichtmehr welche Vorstellungen ich dann hatte, aber irgendwann dachte ich mir: "Whoa, das wird mir zu krass" und zog die Schlafmaske hoch. Auch die Kopfhörer legte ich ab. Was mir sofort auffiel, war, dass sich meine Pflanzen und andere Dinge (z.B. meine Bong) extrem schnell bewegten und lachte nur über meine damalige Dummheit, dies für echt zu halten. Durch die Geschwindigkeit der Bewegungen wurde es völlig offensichtlich, dass dies eine Halluzination war.

Hier werden meine Erinnerungen immer unstrukturierter und sind sicher nicht mehr chronologisch richtig. Das weitere geschah alles in meinem Zimmer, meine Zimmertür war abgeschlossen. Mein Zimmer ist extrem Schuhkarton-förmig (einfach ein Quader) und ziemlich leer, kahle Wände usw.

Ein paar Halluzinationen brachten mir ein Gefühl des déjà -vue. Ich wusste: von dieser Situation hast du entweder in einem Tripbericht gelesen, oder du hast sie geträumt.

Ich wusste sofort, was im Folgenden passieren würde. Ich wusste aber auch, dass ich mich dagegen entscheiden konnte. In der Folge der weiteren Halluzinationen wurde ich immer mehr in den gleich beschriebenen Film hineingezogen. Ich vergaß immer mehr, dass dies ein Trip war und alles in meinem Kopf geschah.

Ich spürte, dass ich etwas zu tun hatte. Die Welt pendelte zwischen ihren binären Gegensätzen. Dieses Pendeln fand überall und immer statt, in allen Frequenzen zwischen dauerndem Oszillieren und dem Pendel zwischen Urknall und Allkollaps. Ich musste dieses Pendeln verstärken. Mir kamen viele Gegensätze in den Kopf, vor allen Dingen Quantität-Qualität, Analog-Digital und Emotion-Information.

Ich spürte mit allen Sinnen eine grundlegende Trennung. Ein Geist, der quantitativ denkt und Informationen erzeugt/findet und eine Anschauung bzw. Natur, die aus reiner Qualität besteht, in der es nur "Emotion" (gemeint im weitesten Sinne als Wahrnehmung von irgendetwas) gibt. Ich wurde durch all die Gegensätze ziemlich konfus, da ich sie nicht ordnen konnte. Ich versuchte das Pendel hochzuschaukeln, indem ich schnell hintereinander den Kopfhörerstecker in meinen Ipod steckte und zurückzog. Mir kam es so vor, als sei mein Geist bei Verbindung mit einem "digitalen Geist" des Ipod verbunden. Andauernd kamen mir déjà -vues, der Trip wurde stark relativiert.

Ich war nun auf der Suche nach einem Zeichen, dass ich entschlüsseln sollte. Das Pendel wird immer schneller und bald gibt es dieses Universum nicht mehr. Ich muss Information retten, indem ich ein eindeutiges Zeichen setze, das die All-Verschlingung überdauert. Es kam mir so vor, als sei mein Zimmer das Universum und dieses würde kollabiert in einem anderen Universum als ein kleines Zeichen existieren. Mein Universum war also ein Zeichen und in meinem Universum gab es ein Zeichen des anderen Universums/Zimmers, das ich finden musste. Ich versuchte das Pendeln zu verstärken, indem ich die von mir gefundenen Gegensätze eifrig mit dem Kuli aufschrieb oder im PC eingab mit dem Wissen, dass dies eine magische Wirkung habe. Ich wusste aber auch darüber, dass mich etwas aufhielt. Der Kuli schrieb oft einfach nicht, im PC erschienen völlig unsinnige Zeichen, die ich nicht eingetippt hatte. Mir wurde immer klarer, dass sich das Universum dem Ende zuneigt und die letzte Schlacht geschlagen werden würde. Und ich war die Hauptperson, ich gegen die Welt, die sich eindeutig wehrte mit allen Mitteln.

Mir wurde klar, warum Menschen (laut irgendeinem ZPF-Post) in Pyramiden trippten, da sie dort völlig isoliert waren und somit nicht von der Welt aufgehalten werden konnten in ihrer mythischen Aufgabe der Informationsfindung.

Über die Gegenwehr der Welt wurde ich immer zwiegespaltener. Eine Hälfte in mir wurde immer wütender, lieferte aber Information, die die andere, bewusstere Hälfte, die immer wieder zur Einhalt gebot, bearbeitete.

Die wütende Seite wurde immer wütender und umso mehr wehrte sich die Welt. Ein Teufelskreis. Ich kann mich noch erinnern, dass ich verschiedene Personen darstellte:

 -ein Junge, der von einem Mädchen einen Korb bekommt und völlig verzweifelt ist. Ich sprach laut Sätze wie: "Aber ich spür doch nichts" "Ich bekomme kein Zeichen" usw.

Dabei kam es mir vor, als würde eine Mitbewohnerin (mit der ich am meisten Stress habe, ab jetzt A genannt) hinter der Tür mithören und das auf sich beziehen. Ich stellte mir vor, sie würde sich vorstellen, ich wolle sie umbringen oder vergewaltigen.

 -gleichzeitig kam ich mir vor wie ein Mathe/Informatik-Nerd, der einem Mädchen eine Aufgabe erklären möchte (das Zeichen senden!) und sich fürchterlich darüber aufregt, dass sie etwas so offensichtliches nicht versteht. Ich kniete vor der Welt und dachte mir nur: "Es ist doch so einfach, so offensichtlich." Ich hatte dabei das Gefühl, dass ich es jedoch auch nicht ganz verstand. Ich hatte dieses Offensichtlichkeits-Gefühl, konnte es aber nicht durchdringen und verstehen.

 -ein Junge, der sich in ein Netzwerk hineinhackt. Er verbindet sich mit einem größeren Geist, muss aber aufpassen, nicht entdeckt zu werden. Im späteren Verlauf merkt er: "Ich muss die Verbindung kappen!", um keine dauerhaften Schäden davonzutragen, bzw. von dem Netzwerk "infiziert" zu werden.

 Dies spreche ich laut aus und stelle mir nun vor, wie A das hinter der Tür hört und ihr Leben für bedroht hält. Die Charaktere überschneiden sich also.

In meiner Wut kommen langsam Informationen: Ich müsse etwas zerstören, um das Pendel weiter auszulenken. Ich beginne, meine Traumkraut-Pflanze abzuknicken, und der Sally die Blätter einzeln abzureissen. Dabei verliere ich langsam das Bewusstsein, sodass ich mich an das weitere nur noch in einzelnen Fetzen erinnere.

Über die bisherige Dauer kam immer wieder der vernünftigere Gedanke, dass ich meinen "Weltrettungsauftrag" nur durch Meditation lösen könne. Ich müsse mich eigentlich in eine Ecke des Zimmers setzen und durch Meditation aus dieser halluzinierten Weld aussteigen. Ich hielt dies jedoch aufgrund meiner mangelnden Meditationserfahrung für nicht zielführend. Stattdessen blickte ich auf das Tütchen mit dem Gramm MDMA, das ich ja gerade erst angebrochen hatte. In meiner Nerd-Persönlichkeit wusste ich, dass ich damit mein Gehirn "dopen" konnte und schüttete das Tütchen in meinen Mund aus. Ich weiß nicht, wieviel davon auf den Boden fiel. Mich durchdrang die Kälte des MDMAs, das auf meiner Zunge zerging. Meine Wahrnehmung wurde viel intensiver und kurzzeitig war ich auch viel bewusster. Dies hielt aber nur kurz und ich versank in meinen Emotions-Träumen.

Ich war eine Frau, die in einem leeren weißen Zimmer gefangen war, das keinen Zugang hat. Dieses Zimmer war ihr Universum, um das Zimmer herum war nur Leere. Das Zimmer war die zweite Welt, mit der ich Kontakt aufnehmen sollte. Aus dieser Welt erreichte mich die Information, dass die Frau vergewaltigt wurde und dies ihre abgeschottete emotionale Welt sei. Ich dachte an Frauen wie die Tochter von Fritzl. Ich hatte auch Visionen, wie ich als Vergewaltiger in ihr Zimmer komme, ich war also Täter und Opfer gleichzeitig oder im Wechsel.

Mir kam wieder die Vorstellung, die Welt breche in sich zusammen. Ich wusste: du hast zwei Aufgaben: du musst soviel wahrnehmen wie möglich und diese Wahrnehmung auf irgendeine Weise speichern, um sie für das andere Universum nutzbar zu machen. Ich kratzte mich und fügte mir Schmerzen zu. Ich wusste: es geht um Leben und Tod. In diesem Film passierte wohl auch diese MDMA-Einnahme. Ich musste alles mitnehmen: also auch das Bitzeln des MDMAs auf der Zunge und die folgende Bewusstseinserweiterung. Alle Pforten auf, den Geist fluten.

Mir war sofort klar, warum viele Menschen auf Trip sich selbst verstümmeln. Ich schrieb in meinen Block: "Schneid dir was ab" in völliger Reinschrift. Dies war das einzige, was ich nachher noch lesen konnte. Alles andere war völlig unlesbar.

Ich wusste nun, dass ich das Zimmer verlassen musste. Entweder durchs Fenster (wäre tödlich ausgegangen) oder durch die Tür. Ich entschied mich für die Tür. Irgendwann zu dieser Zeit zog ich mich auch völlig nackt aus, evtl wegen der Hitzeentwicklung durch das MDMA. Nun stand ich im Flur, völlig nackt und dachte mir: "Vielleicht wirst du nackt gesehen, aber das muss jetzt sein."

Da war ich gerade in der Persönlichkeit eines Assis/Pöblers. Mir kamen Rufe in den Kopf wie "Zwei zu Null! Zwei zu Null!" wie wenn sich einer über den Ausgang eines Fußballspiels extatisch freut. Dieser Pöbler war ein sehr aggressiver Mensch, der aber auch gleichzeitig von heftigen Emotionen geplagt war und die ganze Zeit nach seiner Mutter ruft.

Ich war auch im Bad, habe mich in die hinterste Ecke der Dusche gesetzt und den Hinterkopf an die Fliesen an der Wand geschlagen. Keine Ahnung warum.

Ich war dann auch im Wohnzimmer und auf dem Balkon. Ich habe einige Pflanzen getötet, Erde, Pflanzenteile und Katzenstreu gekaut. Hatte extreme Beißlust, wie wenn ich vor Schmerz/Verzweiflung auf etwas draufbeissen müsste (wohl auch wegen dem MDMA). Meine Mitbewohner waren wohl schon länger wach geworden von meinem Krach (Ich schrie wohl dauernd "Nö Papa Nö" und "Null gleich Eins, Schwarz ist Weiß" und anderes).

Als die Polizei und der Krankenwagen irgendwann auftauchte, versteckte ich mich im Kabuff und wurde von einem Regal so verschüttet, dass die Polizei allerhand Probleme hatte, mich da rauszubekommen. Ich erinnere mich an die Szene, als ich auf dem Boden lag, meine Hände auf dem Rücken gefesselt wurden und ich nach hinten sah in völliger Verzweiflung, dass ich meinen "Auftrag" nicht erfüllen konnte. Die Polizisten waren voller Unverständnis, ich hörte Sätze wie "der hat irgendso neumodisches Zeug genommen, MDMA oder so."

Als ich zum Krankenwagen transportiert wurde, habe ich, wie mir erzählt wurde, meinen Kopf dauernd auf den Fußboden geschlagen. Auf Treppen aber nicht, wo es viel gefährlicher gewesen wäre (Kanten).

An den ganzen Transport kann ich mich nicht mehr erinnern. Die nächste Erinnerung ist, wie ich im Hospital bin und einen Arzt voller Wut anspuck. Ich wurde fixiert aber wehrte mich sehr.

Dann wache ich langsam in ein Delirium auf. Ein ganz seltsamer Zustand, ausgelöst durch das Sedativum Haldol, das mir verabreicht wurde. Fantasie und Realität verschwammen, ich war schweißgebadet und fror (hatte nur ne Hose an, sonst nix). Eine Schwester nahm grad die Temperatur oder so. Ich lag so noch lange herum, bis mich ein Pfleger fragte, ob ich meinen Vater reinlassen würde. Völlig im Träumen hab ich abgelehnt Cheesy (was wohl auch besser war). Ich wurde dann immer klarer, bis mein großer Bruder mich besuchte. Er bestätigte mir, von dem ich ahnte, dass es kein Traum gewesen war.

Ich habe einiges zerstört, der Gesamtschaden betrug am Ende um 1200.-

Ich war völlig fertig. Ich fiel dauernd in Träume und wachte wieder auf und durchlebte höchst seltsame Zustände. Ich kann mich nur vage erinnern, aber das war wirklich unbeschreiblich gaga. Haldol sollte man wohl besser nicht zum Trippen nehmen, ganz seltsame unsinige, sich wiederholende Zustände und Visionen, fernab der Realität.

Dann kamen meine Mitbewohner, noch ziemlich geschockt und haben mir etwa gesagt, was passiert ist. Ich war übertrieben fertig und konnte nicht mal mehr die Augen öffnen. Dann wurde ich darüber informiert, dass ich 24 Std dableiben muss. Habe dann dort mein Mittagsbrot als Abendessen langsam reingemümmelt, konnte kaum den Kiefer bewegen. Dann hab ich die Nacht durch sehr seltsame Zustände durchlebt, dauernd wieder wach (Türen sind da immer offen) und komische Träume. Mein Vater wollte mich um 11 Uhr abholen, ich hab bis dahin gepennt und bin alle 15min aufgewacht. Auf der Rückfahrt begonnen dann auch die möglichen Nebenwirkungen von Haldol: extreme Kieferverrenkung ohne dass man was dagegen machen kann. Gesichtsgulasch. Ich kam mir vor wie n Krüppel, der den Mund nicht gerade machen kann. Also zurück in die Klapse (das wurde mir klar, als ich sah, dass man da nicht einfach rein und raus kann: muss einer aufschließen) und Gegenmittel genommen. Die nächsten Tage war ich noch ziemlich fertig. Und dann musst ich das ja irgendwie mit meinen Mitbewohnern und meinen Eltern abklären. Zum Glück ging das halbwegs mit meinen Eltern, nur mit den Mitbewohnern halt gar nicht --> hab jetzt absolutes Rauschverbot.

Im Nachhinein wurde mir aber schnell klar, dass dieser Trip, obwohl er teuer war, wohl dennoch höchst sinnvoll und wichtig war. Von Anfang an verteidigte ich den Trip. Und das war wohl auch richtig so, ich lerne durch Erinnerung an den Trip immer noch dauernd dazu.

Ich bin sehr dankbar für diesen Trip, obwohl ich weiß, dass ich sehr viele Fehler beging und es nicht so schlimm hätte laufen müssen.



Created: 15/01/2017
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