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Budu Zivzivadze ist kein Sportsmann, der sich anmerken lässt, wie und was er denkt. Am Sonntag wirkte der georgische Nationalspieler nach dem Auslaufen mit den Mannschaftskollegen aber halbwegs zufrieden. Das wiederum bedeutete nicht, dass er nicht ähnlich dreingeblickt hätte, wäre er genau das ganz und gar nicht. Zivzivadzes vordergründiger Gleichmut macht es für seine Umgebung nicht leicht, ihn zu verstehen, was mancher sogar in der Art seines Spiels gespiegelt sehen will. Wie leicht ist da einer wie er unterschätzt, wie schnell ist er abgestempelt.

Es war meine beste Leistung, seit ich beim KSC bin.
Budu Zivzivadze
Mittelstürmer des KSC

„Es war meine beste Leistung, seit ich beim KSC bin“, sagte der 29 Jahre alte Mittelstürmer am Sonntag also das, was auch Christian Eichner keine 24 Stunden davor nach der torlosen Generalprobe gegen den Bundesliga-Aufsteiger SV Darmstadt 98 über ihn geäußert hatte. Zivzivadze war während seines knapp einstündigen Einsatzes beweglicher als nach seiner Einwechslung gegen den FC Liverpool (2:4), auch erschien er bemühter, diesen Eindruck zu vermitteln.

Muntere Generalprobe

Knapp zwei Minuten vor seiner Auswechslung hatte er den möglichen Führungstreffer für den KSC auf dem Fuß, doch vergab er die bis dahin beste Chance der Heimelf im Grenke-Stadion. Darin hatten knapp 1.000 Besucher eine muntere Generalprobe mit guten Momenten vor beiden Toren gesehen. Vor einem wegen Abseits aberkannten Treffer Fabian Schleuseners hatte Zivzivadze den Pass gegeben.

Längere Pausen für Jensen und Kobald

KSC-Trainer Eichner war nach dem abschließenden Test vor allem froh darüber, „dass alle körperlich gut durchgekommen sind“. Auf Leon Jensen und Christoph Kobald hatte er abermals verzichten müssen. Der Mittelfeldspieler wird wegen seiner Wadengeschichte mindestens noch zwei Wochen, der Innenverteidiger nach einem Muskelfaserriss im Oberschenkel noch länger ausfallen.

Den Auftritt des im Winter aus Ungarn in den Wildpark gewechselten Zivzivadze bewertete Eichner als ansprechend, als dessen bislang besten im KSC-Trikot. Diese Betrachtung gelte dem Spieler auch zu signalisieren, fand der Chefcoach, der „eine gute Vorbereitung“ zum Abschluss gekommen sah.

Zivzivadze verspürt wieder mehr Selbstvertrauen

Doch gezwungen, am Samstag zum Saisonauftakt beim Aufsteiger VfL Osnabrück an Schleuseners Seite in der Doppelspitze aufgeboten zu werden, hat Zivzivadze ihn noch nicht. Dasselbe galt für Tim Rossmann, die Tempo-Alternative für den Angriff. „Ich habe meinen Platz in der Mannschaft gefunden und an Selbstvertrauen gewonnen. Was mir jetzt noch fehlt, sind Torerfolge. Ich hoffe, dass sich das bald regelt, und ich dem Team helfen kann. Daran arbeite ich“, erklärte der Georgier und baute auch darauf, dass er ab Dienstag im Training weitere Pluspunkte ansammeln kann.

Stindl ist froh, dass es losgeht 

Wo bei Anpfiff des ersten Punktspiels im Stadion an der Bremer Brücke der Platz von Zivzivadze beziehungsweise Rossmann sein wird, wird auflösen, wo dann der nominelle Platz des Heimkehrers Lars Stindl ist. Ist einer der Stürmer im Team, könnte Stindl dahinter als Zehner in der Raute das tun, was er so vorzüglich beherrscht. Mit dem Ball am Fuß die besonderen Momente kreieren, mit seinem für die Gegenspieler schwer berechenbaren Verhalten im Raum die Wege für seine Nebenleute öffnen. Nach der Pause unterstützte Stindl zeitweise sogar den Kapitän Jérome Gondorf als zweiter Sechser.

Gladbachs ehemaliger Kapitän sagte später, was so ziemlich jeder Fußballer sagt, wenn er nach seiner Erwartung gefragt wird. Er werde dort spielen, wo ihn der Trainer aufstelle. Die Vorbereitung resümierte er ähnlich nüchtern: „Wir haben gut und hart gearbeitet, viel investiert in die letzten Wochen. Für das Auftaktprogramm sind wir gut gewappnet und freuen uns darauf, dass es am Samstag endlich losgeht.“

Das dürfte auch Zivzivadze für Zivzivadze gelten. Über ihn war bekannt geworden, dass ihm vor wenigen Tagen noch ein Club aus Südkorea den Kopf verdreht hatte. Nach einem halben Jahr in Karlsruhe hätte er alles stehen und liegen gelassen, das vorgelegte Angebot hatte sehr verbindlichen Charakter. Der Interessent habe sich dann aber anders entschieden, was Geschäftsführer Michael Becker als gar nicht so ungewöhnlich einstufte. Auch der KSC habe in ähnlicher Weise schon mal andere Wege eingeschlagen und seine Pläne auf dem Markt überdacht. Zivzivadze erklärte auf Nachfrage am Sonntag zum geplatzten Deal. „Ehrlich gesagt, war es da alleine ums Geld gegangen. Es war ein Riesenangebot, das wirtschaftlich sowohl für mich als auch für den KSC interessant war. Als die Sache vom Tisch war, habe mich damit aber nicht mehr lange aufgehalten. Jetzt bin ich hier und tue mein Bestes in Karlsruhe.“

Karlsruher SC (gegen SV Darmstadt 98): Drewes (46. Weiss) – Jung (59. Thiede), Franke, Bormuth (59. Beifus), Heise (78. Herold) – Gondorf (78. Öztürk) - Wanitzek (78. Rossmann), Nebel (59. Burnic) – Stindl (78. Arase) - Schleusener (78. Marino), Zivzivadze (59. Brosinski).